Was hat CoWorking mit Klimaschutz zu tun? Das wird sich jetzt die eine oder andere Person fragen. Vielleicht mehr als euch bewusst ist.

Was ist CoWorking überhaupt?
CoWorking ist keine Büromiete, wie man sie im herkömmlichen Sinne kennt – also mit längerfristigem Mietvertrag, einer 3-monatigen Kaution als Voraussetzung oder anteiligen Betriebskosten. Ganz im Gegenteil! Vergesst bitte umständliche Mietverträge und die Möglichkeit, einen Schreibtisch nur über Jahre zu mieten. In einem CoWorking-Space seid ihr völlig ungebunden und könnt sogar nur für einen Tag oder ein paar Stunden ganz unbürokratisch einen Schreibtisch mieten – meist sogar buchbar über eine simple App. Die Räumlichkeiten von CoWorking-Spaces sind meist sehr individuell und haben selten mit Standardbüros etwas gemeinsam. So finden sich auch ausgebaute alte Bauernhöfe, renovierte alte Industriehallen oder kleine kompakte Tinyhouse mitten im Grünen. Schönes Beispiel aus unserer Region: Das „Dorfbüro“ – CoWorking Mondseeland. tz-mondseeland.at/coworking

CoWorking-Spaces finden besonders großen Anklang bei Menschen mit Startup-Ambitionen, neuen Geschäftsideen, kreativen oder nachhaltig arbeitenden Personen, die vor allem auch eine Möglichkeit suchen, sich zu vernetzen und in einem angenehmen sozialen Umfeld arbeiten möchten.
Pendler:innen müssen weniger pendeln
Eine wichtige Zielgruppe von CoWorking-Spaces sind vor allem Pendler:innen – also Angestellte oder Selbständige, die mehrmals die Woche weite Strecken ins entfernte Firmenbüro auf sich nehmen müssten. Durch den in den letzten Jahren immer stärker werdenden Trend zum Home-Office (durch Corona-Lockdowns leider nicht immer ganz freiwillig) wird es von Firmen oft sogar schon gerne gesehen, wenn ihre Angestellten „remote“ – also auswärtig arbeiten können.
Home-Office funktioniert bei Video-Konferenzen aber oft nicht immer so gut wie gewünscht. Bei manchen ist die Internetverbindung einfach schlecht, im Privatbüro stören ungeeignete Hintergründe oder man findet wegen den Kindern oder Haustieren einfach keine Ruhe. Aus diesem Grund werden dann oft – zum Glück – wieder reale Treffen bevorzugt. Ein CoWorking-Space in der Nähe mit ruhigen Besprechungsräumen oder speziellen Video-Konferenz-Räumen ist dann perfekt und man muss nicht weit in die Firma pendeln.
Und hiermit kommen wir zur Nachhaltigkeit von CoWorking-Spaces. Weniger Pendeln spart insgesamt nicht nur viel Zeit, sondern auch sehr viel Sprit oder Strom, der für die Anfahrtswege notwendig wäre aufzubringen und reduziert gleichzeitig den Schadstoffausstoß und die CO2-Belastung. Lokale Erreichbarkeit mit Öffis, dem Postbus Shuttle, dem Fahrrad oder sogar zu Fuß stehen bei den meisten CoWorking-Spaces meist im Vordergrund.
CoWorking als Strom- und Ressourcen-Sparer
Viele Menschen haben nach den letzten Jahren auch schon genug vom Home-Office. Immer alleine zu Hause zu sitzen, ohne persönliche Ansprache oder Feedbacks durch andere, kann mit der Zeit ganz schön langweilig werden. CoWorking hingegen hat nebenbei auch viele praktische Nutzen. Ganzheitlich betrachtet wird durch solche „Arbeitsgemeinschaften“ viel Energie und Strom eingespart, denn viele Menschen, in vielen Home-Offices verteilt, brauchen mehr Strom und Heizenergie als, wenn diese in gemeinsamen Räumlichkeiten gemeinsam aufeinander treffen. So kann jeder zu Hause beruhigt die Heizung zurückdrehen und die Umwelt und das Geldbörserl freuen sich.
Aber auch bei Elektrogeräten kann gespart werden. Viele benötigen heutzutage nur mehr selten einen Drucker. Einen Beamer zu kaufen lohnt sich oft nicht, vor allem, wenn man sich einen ausleihen kann. Im CoWorking-Space können solche Geräte von allen genutzt werden. Das schont wieder die eigene Geldtasche und jedes Produkt, welches weniger umweltschädigend produziert werden muss, ist zugleich auch aktiver Umweltschutz.
Unternehmen sparen Büroflächen
Je mehr Angestellte oder Freelancer:innen von Unternehmen in CoWorking-Spaces unterkommen, desto weniger Büroflächen müssen in Firmengebäuden erst geschaffen werden. Das spart Platz, Park- und Tiefgaragenplätze, reduziert wiederum Kosten, Energie, Schadstoffausstoß und ist vor allem auch ein Betrag zur Reduzierung von Bodenversiegelungen. Diese stellen ein bislang sehr unterschätztes Problem dar, wobei Österreich EU-weit hier leider führend ist.
CoWorking als Get-together für Umwelt- und Klimaschutz
Gegenüber den herkömmlichen Gemeinschaftsbüros veranstalten die meisten CoWorking-Spaces auch immer wieder kleinere Events. Das können Netzwerktreffen sein sowie auch spezielle Workshops oder Stammtische. Green Jobs werden in der heutigen Zeit immer mehr und im Bereich erneuerbare Energien drängen unzählige neue Startups auf den Markt, die ihr Know How im Bereich Photovoltaik, Stromspeicher, Energieoptimierung und Energieberatung anbieten. CoWorking können in dem Bereich die perfekte Schnittstelle sein, um Menschen in zukunftsträchtigen Themen zueinander zu bringen. Selbstverständlich können CoWorker:innen zu ihrem Themenbereich auch eigene Veranstaltungen in den Räumlichkeiten organisieren. Meistens gibt es eigene sehr gut ausgestattete Besprechungsräume, die auch ein professionelles Umfeld für Meetings garantieren.
CoWorking als Vorreiter der Elektromobilität
Die modernen CoWorking-Spaces sind auch perfekt als „Meinungsmacher“ und Vorreiter geeignet. Gerade am Land ist das „neue Arbeiten“ noch völlig neu und fällt dadurch automatisch in den Fokus der Aufmerksamkeit. Wenn dann noch aktuelle Themen wie Elektroautos und Mikro-Mobilität gezeigt und gelebt wird, ist das für alle von Vorteil. Es steigert die Attraktivität des CoWorkings, wenn man dort beispielsweise ein E-Moped oder ein E-Auto ausleihen kann. Es zeigt der Bevölkerung weiters, dass man nicht nur bei alternativen und neuen Arbeitsmethoden neue Wege gehen, sondern auch bei der Mobilität von morgen umdenken muss.
Beim Dorfbüro im Mondseeland wird bereits seit vielen Jahren auf E-Mobilität gesetzt. E-Bikes und E-Mopeds können sogar kostenlos ausgeliehen werden. So kann man auch einmal bei Schönwetter schnell in den Ort oder an den Mondsee fahren, ohne mit dem eigenen Fahrzeug anreisen zu müssen. Auf Anfrage kann sogar ein VW ID.3 Probe gefahren werden.

Fazit:
Natürlich werden die CoWorking-Spaces alleine nicht die Welt retten und beim Umweltschutz keine große Rolle spielen. Aber wie so oft ist jeder Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Summe des Gesamten wichtig. Diese alternative Arbeitsform wird sich deswegen hoffentlich immer mehr verbreiten und trifft meiner Meinung nach in vielen Punkten unseren Zeitgeist. Neben trendiger Arbeitsatmosphäre, chilligem Ambiente und Nachhaltigkeit ist es auch ein Beitrag zu mehr persönlichen Kontakten – in einer leider immer mehr anonymer werdenden Welt.
Hier noch ein paar Links, wo ihr CoWorking-Spaces finden könnt:
CoWorkland.de
https://coworking-spaces.info/
https://standortooe.at/coworking/space-finden